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Love Parade fordert 20 Tote PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jobber   
Sonntag, 25 Juli 2010
Die Situation vor Ort wirkte lange Zeit grotesk: Hunderttausende Besucher feierten bis 23 Uhr zu den Beats namhafter DJs auf der Abschlusskundgebung. Viele von ihnen ahnten offenbar bis zuletzt nicht, welche Tragödie sich am Nachmittag gegen 17 Uhr ereignet hatte. 19 Menschen sind auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände gestorben. Weitere zwei Loveparade-Besucher erlagen im Laufe des Abends ihren Verletzungen. Ihre Zahl könnte steigen angesichts der mit 80 hohen Zahl der - teilweise schwer - Verletzten.

Ihnen ist der Tunnel - der offizielle und einzige Zugang zum Veranstaltungsgelände und das Nadelöhr der Veranstaltung - zum Verhängnis geworden. Zu viele wollten auf das Gelände, zu eng war dieser Tunnel - eine Massenpanik brach aus. Augenzeugenberichten zufolge sind die Opfer über Absperrungen geklettert und abgestürzt. Dabei zogen sie sich die tödlichen Verletzungen zu.

Die Suche nach den Schuldigen hat längst begonnen: Wieso war der Tunnel zugänglich, obwohl die Polizei bereits zuvor die Zugänge zum Festivalgelände gesperrt hatte und die Besucher per Lautsprecheransagen aufforderte umzukehren?

Von Anfang an war klar: Die Loveparade würde die vergleichsweise kleine Stadt Duisburg (490.000 Einwohner) und die Veranstalter vor große Herausforderungen stellen. Eine Million Besucher wurden im Vorfeld erwartet, 1,4 Millionen Menschen waren bereits am Nachmittag in der Stadt. Mangels Platz gab es in diesem Jahr erstmals keine Parade mit den Floats durch die Innenstadt. Die 15 Party-Trucks fuhren stattdessen auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs im Kreis um eine alte, aber stilechte Abfertigungshalle.

Quelle: wdr und 1live.de

Update: Zahl der Opfer auf 20 gestiegen

Die Zahl der Toten bei der Loveparade hat sich auf 20 erhöht. Am Montagabend starb eine 21-Jährige im Krankenhaus. Der Loveparade-Veranstalter gab unterdessen der Duisburger Polizei die Schuld an dem verheerenden Gedränge. Sie habe Anweisung gegeben, die Besucherschleusen vor dem Tunnel zu öffnen.

Wie die Staatsanwaltschaft Duisburg bestätigte, erlag eine 21-jährige Frau aus Deutschland am Montagabend (26.07.10) in einem Krankenhaus den Verletzungen, die sie am Samstag im Tunnel des Veranstaltungsgeländes erlitten hatte. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer auf 20 erhöht. Nach Polizeiangaben sind bei der Loveparade 511 Menschen verletzt worden. 283 von ihnen kamen ins Krankenhaus, die meisten von ihnen sollen die Kliniken nach kurzer Behandlung wieder verlassen haben. Allerdings soll es sich dabei nicht nur um Folgen der Massenpanik handeln, unter den Verletzten seien auch Besucher, die wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauch ärztliche Hilfe brauchten. Am Montagnachmittag befanden sich laut Polizei 43 Besucher in stationärer Behandlung.

Unterdessen gab der Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller indirekt der örtlichen Polizei die Schuld an den Geschehnissen: "Die Einsatzleitung der Polizei hat die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße zu öffnen", sagte er am Montagabend. Zuvor hätten die Veranstalter zehn der 16 Schleusen geschlossen gehalten, weil bereits eine Überfüllung des Tunnels drohte. Dann aber sei der Hauptstrom der Besucher wegen der Polizeianweisung unkontrolliert in den Tunnel geströmt. Warum die Polizei diese Anweisung gegeben habe, wisse er nicht, so Schaller. "Für den Fall der Überfüllung sollten die Schleusen geschlossen werden." Der 41-jährige widersprach Vorwürfen, er habe aus Profitgier Sicherheitsbedenken ausgeschlagen: "Nach derzeitigem Stand haben wir sämtliche Auflagen erfüllt. Das gesamte Konzept war in jedem Punkt in wöchentlichen Sitzungen mit Polizei, Feuerwehr und Stadt abgestimmt." Auch der Tunnelbereich, hinter dem die Katastrophe passierte, sei von den Behörden "intensiv geprüft" und abgenickt worden.

Quelle: WDR Online

 
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