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Stimmen und Reaktionen - Dr. Motte erbebt schwere Vorwürfe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jobber   
Sonntag, 25 Juli 2010

Spitzenpolitiker drücken nach dem Love-Parade-Unglück ihr Beileid und Entsetzen aus. Der Gründer der Love Parade erhebt gegen die Veranstalter schwere Vorwürfe - diese sprechen von "ganz schlimmen Nachrichten".

Matthias Roeingh, "Dr. Motte", Erfinder der Loveparade: "Die Veranstalter haben einen krassen Managementfehler begangen. Wie kann man denn Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände lassen. Das ist ein Skandal. Die Veranstalter sind schuld. Die haben doch gewusst, dass es voll wird. Was also haben Zäune und Security da zu suchen? Bei nur einem Zugang. Mein Mitgefühl gilt den Familien der Toten und den Verletzten."

Björn Köllen, Sprecher des Veranstalters Lopavent, auf Radio Duisburg: "Das ist eine ganz schlimme Nachricht für uns." Offizielle Mitteilung von Lopavent: "Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist heute von den tragischen Unglücksfällen überschattet worden. Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen."

David Guetta, DJ, sagte seinen Auftritt ab: "Was heute passiert ist, ist herzzerreißend und noch nie dagewesen. Meine Fans, die gekommen sind, um mit mir zu tanzen, werden verstehen (warum ich abgesagt habe, d. Red.). Wenn ihr da seid, seid bitte vorsichtig und kommt gut nach Hause. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt allen, die betroffen sind."

DJ Westbam: "Mein Flug hatte drei Stunden Verspätung, also bin ich gerade erst hier angekommen und völlig schockiert. Als ich mein Handy nach dem Flug angemacht habe, hatte ich schon 30 SMS, die mich über das Fürchterliche informiert haben. Ich weiß nun gar nicht genau, was ich jetzt tun soll. Der Veranstalter bittet mich, aufzulegen, da die Polizei ihn darum bittet. Es sind Menschen gestorben, nun können die die Stimmung und Aggression der Weiterfeiernden nicht einschätzen und wollen weiteres Unheil verhindern." Er würde nur "aus Disziplingründen" auflegen. "Aber ich habe energetische Musik dabei, die denkbar schlecht zu der Situation passt. Das geht dann nicht", sagte er. Man müsse jetzt angemessene, leise Musik spielen, damit sich die Veranstaltung schnell und friedlich auflöse. "Es kann nicht sein, dass die Sache da nun weiter aufgepeitscht wird. Klar, die wummern auf Bitten der Polizei weiter, aber ich will es nicht, und ich kann es auch gar nicht."

Christian Wulff, Bundespräsident: "Eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, ist furchtbar. Wie viele Menschen in unserem Land, die von diesem Unglück erfahren, bin ich mit meinen Gedanken bei den Opfern der Tragödie und allen ihren Angehörigen und Freunden. Ich hoffe, dass ihnen und allen Verletzten schnelle und wirksame Hilfe zuteil wird und die Ursachen rückhaltlos aufgeklärt werden."

Adolf Sauerland (CDU) Bürgermeister von Duisburg: "In meinen Gedanken bin ich bei den Opfern und ihren Angehörigen. Die Loveparade sollte ein friedliches und fröhliches Fest für junge Menschen aus der Region und darüber hinaus werden. Jetzt muss diese Veranstaltung leider als eine der größten Tragödien der jüngeren Stadtgeschichte gewertet werden. Ich bin zutiefst erschüttert. Wir hatten im Vorfeld mit dem Veranstalter und allen beteiligten Partnern ein stichhaltiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Die jetzt eingeleiteten Ermittlungen müssen den genauen Ereignishergang zu Tage fördern."

Angela Merkel, CDU, Bundeskanzlerin: "In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer. Zum Feiern waren die jungen Menschen gekommen, stattdessen gibt es Tote und Verletzte. Ich bin entsetzt und traurig angesichts des Leids und des Schmerzes."

José Manuel Barroso, EU-Kommissionspräsident: "Ich spreche Deutschland, Nordrhein-Westfalen und den Familien der Opfer des Unglücks bei der Duisburger Love Parade im Namen der EU-Kommission und in meinem eigenen Namen mein tief empfundenes Mitgefühl aus."

Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender: "Es ist entsetzlich, dass junge Menschen, die friedlich feiern wollten, plötzlich aus dem Leben gerissen wurden. Unsere Anteilnahme gilt ihren Angehörigen. Unsere besten Genesungswünsche gehen an die vielen Verletzten."

Ralf Jäger, SPD, nordrhein-westfälischer Innenminister: "Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten, gestorben sind. Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden."

Hannelore Kraft, SPD, Ministerpräsidentin NRW: "Unser Entsetzen über das schreckliche Unglück bei der Loveparade in Duisburg lässt uns verstummen", sagte Kraft am Samstagabend. Das ganze Land trauere um die jungen Frauen und Männer, die friedlich feiern wollten und bei diesem grauenhaften Drama ihr Leben verloren haben. "Unsere Gedanken sind jetzt bei den Familien, Angehörigen und Freunden der Toten und der Verletzten."

Guido Westerwelle, Außenminister und FDP-Chef: "Wir trauern mit den Angehörigen der Verstorbenen, und wir bangen und hoffen mit den Verletzten und ihren Familien."

Claudia Roth, Grünen-Chefin: "Wir sind geschockt und empfinden Bestürzung und Trauer über diese Katastrophe bei einem friedlichen und ursprünglich fröhlichen Event, an dem junge Menschen aus ganz Deutschland und Europa teilgenommen haben."

Thomas de Maizére, CDU-Politiker und Bundesinnenminister: "Den Angehörigen der Opfer gilt mein volles Mitgefühl. Wo die Kräfte des Bundes helfen können, helfen sie."

Quelle: Spiegel Online

 

 
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